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| 13.01.1884: Gründungsversammlung |
| im Gasthaus Weiß (später Krapf) in Anwesenheit von Bürgermeister
Schwayer. Zum 1. Hauptmann wurde der Müllermeister Johann
Grünberger gewählt. Am Ende dieses Jahres zählte die
Feuerwehr 26 ausübende und 40 gründende
(=10 Gulden im Jahr zahlende) Mitglieder. Der erste Einsatz
war am 26.1.1884 beim Brand eines Schuppen, wo es gelang, "ohne Spritze
großem Brandschaden vorzubeugen".
Dem Verein mangelte es natürlich an Geld. So zahlte jeder Feuerwehrmann seine Uniform aus eigener Tasche. Am 3. Feber 1884 fand bereits der erste Feuerwehrball statt. Für den Ankauf einer Löschspritze musste trotzdem noch gesammelt werden. So brachte man im Gründungsjahr 1.314 Gulden zusammen (u.a. spendete Kaiser Franz Josef 80 Gulden, die Gönnerin Hillebrand 100 Gulden). |
| 1884: Die erste Hand-Spritze |
| war von der Firma Knaust und wurde am 8. Juni 1884 mit dem Fuhrwerk des Bürgermeisters aus Wien gebracht, unter großem Jubel unter einem Triumphbogen (!) in Empfang genommen und im Festzug durch den Ort geführt. Vor der "Feuerhütte" am oberen Hauptplatz segnete Pfarrer Hirsch das neue Gerät. Dann zogen alle ins Gasthaus, "woselbst zur Belustigung ein Konzert und ein Lust-Kegelscheiben" veranstaltet wurde. |
| Die ersten 10 Jahre |
| In eigenen Statuten und einer Dienstordnung wurden die Aufgabenbereiche genau beschrieben
("... und überhaupt alles Schreien und Lärmen vermeiden",
Löschrequisiten möglichst schonen, kein Tabakrauchen, ...). Überdies
erließ die Marktgemeinde eine eigene Feuerlöschordnung, die auch
festlegte, dass "im Ernstfall jeder taugliche Einwohner" zur Hilfeleistung
verpflichtet war und sich "müßige Zuschauer" vom Brandplatz
fernhalten mussten, auch die Gasthäuser mussten schließen. Wer ein
Feuer bemerkte, "musste Feuerlärm schlagen", der Mesner hatte
"Sturm zu läuten, desgleichen die Hornisten Alarm zu blasen."
Kurios: 1889 brach während des Feuerwehrballs in der Scheune des Arztes Dr. Wagner ein Brand aus; 1890 feierte man den Ball im Gasthaus Weiß und die Scheune des Wirten Brandstätter (heute Eder) ging in Flammen auf... Der Löschrayon unserer Feuerwehr reichte immerhin von Oberzögersdorf bis Stetteldorf. In den ersten 10 Jahren verzeichnete die Feuerwehr 24 Brandeinsätze (vgl. Stockerau mit 35). Dazu kam damals auch das Repräsentieren bei diversen staatlichen und kirchlichen Feiern oder bei Gründungen von Nachbarfeuerwehren (sogar bis nach Ober-St.Veit). 1894 verzichtete man auf große Feierlichkeiten und erbte beim Tod der Gönnerin Anna Hillebrand 3.850 Gulden. |
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Beim Donau-Hochwasser 1897 waren 170 Feuerwehren mit 3.500 Mann im Einsatz. Die Hausleitner
errichteten in Schmida einen 70 Schritte langen Damm.
1899 zählte unsere Feuerwehr 38 gründende und 25 ausübende Mitglieder. 1902 führte die Automobilwettfahrt Paris - Wien durch Hausleiten. Die Feuerwehr hatte Ordnungsdienst und "hatte vollauf zu tun, um Unglücke zu vermeiden", weil "von ein Uhr Mittag bis spät am Abend die Automobile mit großer Geschwindigkeit durch den Ort rasten" ... Am 4. Oktober 1904 wurde die Bahnlinie Stockerau - Absdorf feierlich eröffnet. Schulkinder, Vereine und die Bevölkerung versammelten sich am Bahnhof, wo der erste Zug hielt. Nach dem Festakt erhielten die Schulkinder Würstel, die Honoratioren des Ortes sprachen beim Festmahl "geistreiche Toast" aus ... |
| 1907: Neues Zeughaus |
| In der "Feuerhütte" am Hauptplatz (gegenüber Franzel am Bach) waren schon vor Gründung der Feuerwehr Löschgeräte für den Jahrmarkt untergebracht. Da sie zu klein war, wurde ein neues Zeughaus in der "Kren-Gasse" (Kremser Straße) am "Wasserabzugsgraben zur Trift" (=Urlauberkreuz bei der Abzweigung nach Tulln) errichtet. Maurermeister Weidlinger aus Hausleiten stellte um 4.135 Kronen das Gebäude auf, in dem der Veteranenverein seinen Leichenwagen einstellte. |
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Das erste Weinlesefest erbrachte einen Reingewinn von 109 Kronen;
die Subvention der Gemeinde betrug 50 Kronen.
1910 brannten in Eggendorf 9 Häuser und 20 Scheunen nieder. Die Löschaktion war wegen Wassermangel schwierig. Es musste eine 320 lange Leitung bergauf gelegt werden und unsere Dampfspritze speiste noch zwei weitere Spritzen. Mitten im 1. Weltkrieg brannte 1915 der Schüttkasten der Pfarre auf dem Grund des heutigen neuen Friedhofsteiles ab. Von den Arbeitern der Schanzbauten war einer beim Rauchen eingeschlafen. Mit Unterstützung der Soldaten aus dem Barackenlager unterhalb der Kirche löschte die Feuerwehr das Feuer mit einer vom Bründl gelegten Leitung. Sonst beschränkte sich die Tätigkeit der Feuerwehr nur auf das Notwendigste. |
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| 1937: Schlauchturm für Zeughaus |
| 1934 wurde der Platz bzw. das Straßenstück vor dem Feuerwehrhaus
gepflastert und 200 Meter Schlauch angekauft. In den politisch unruhigen
Zeiten wurde die Feuerwehr als Wach- und Sicherungsdienst in der Gemeinde eingesetzt.
Noch 1937 wurde der Schlauchturm neu errichtet, im Zeughaus eine Decke eingezogen und somit ein Dachboden geschaffen. |
| Anschluss und 2. Weltkrieg |
| Im März 1938 wurde die Feuerwehr zu einer Zwangsorganisation der NSDAP; den
Hauptmann ersetzte der Wehrführer. Es wurden noch drei Übungen abgehalten,
doch ein Teil der Mannschaft ließ sich entschuldigen. Ab 1939 gehörte
die Feuerwehr der Hilfspolizei an. Mit Kriegsbeginn ließen die Aktivitäten
nach; die Bücher wurden nicht mehr geführt, Löschgeräte
und das Feuerwehrhaus wenig gepflegt. Es fehlt an geschulten und geübten
Männern. Die Dampfspritze fror auf, eine neue Spritze wurde nicht mehr
gekauft, Granaten beschädigten die Tore, das Gerät wurde unbrauchbar.
Die alte Handkraftspritze funktionierte noch und war nach dem Krieg so ziemlich das letzte brauchbare Requisit, das 1945 gleich wieder zum Einsatz kam, als es mit Hausleitner Feuerwehrmännern von einem russischen Militärfahrzeug zu einem Einsatz nach Gaisruck gezogen wurde. |
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1946 reparierte man das Zeughaus, kaufte zwei gebrauchte Motorspritzen
und feierte wieder ein Weinlesefest.
1947 fand die erste Hauptversammlung nach dem Krieg statt; 10 junge Männer wurden neu aufgenommen. Erst 1948 fand die erste Spritzenübung in der Ortsmitte statt (Benzinmangel und die Unbrauchbarkeit der beiden Spritzen hatten alles verzögert). |
| 1959: Neues Einsatzfahrzeug |
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| 1971: große Veränderungen |
| 1971 entstand im Zuge der Gemeindezusammenlegung nicht nur die Großgemeinde "Marktgemeinde Hausleiten", sondern in NÖ wurde aus dem "Verein" Feuerwehr nun eine "Körperschaft öffentlichen Rechts". Seit 1973 gibt es einheitliche Sirenenzeichen; die neuen "Europa-Anzüge" ersetzen die alten Arbeitsmonturen. Das Gasthaus Eder erhielt eine neue Balldekoration, das Gerätehaus neue Eisentore. |
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Erstmals wurde von der Feuerwehr ein Telefonverzeichnis für die einzelnen Orte der Gemeinde erstellt und verteilt, das in den folgenden Jahren mehrmals aktualisiert wurde.
1980 überflutete der Stranzendorfer Bach wieder einmal das Ortszentrum. Angekauft wurden ein Notstromaggregat, eine große Tauchpumpeund ein gebrauchter Rüstanhänger. Es gab in diesem Jahr 18 Einsätze ... 1981 startete die Feuerwehr erstmals eine Überprüfung- und Verkaufsaktion für Feuerlöscher. 1982 erhielten wir wegen der Funkumstellung neue Funkgeräte. |
| Warten auf ein neues Haus |
| 1985 wurde eine gemeinsame Wintereinschulung für den gesamten Unterabschnitt
eingeführt. 1986 fand bei der Mühle Bamberger eine Großübung
mit dem Roten Kreuz statt, an der 8 Feuerwehren teilnahmen.
1987 bewährte sich bei einem schweren Gewitter das unterirdische Entlastungsgerinne, das im Zuge der Neugestaltung des Bachbereiches gebaut wurde. Der Ort sollte nun vor Überschwemmungen verschont bleiben. 1988 wurden eine neue Tragkraftspritze (Rosenbauer-Fox, € 8.720) und eine Abschleppachse angekauft. |
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| 26. Juni: 2. Abschnittsleistungsbewerb auf der Wiese hinter dem
Feuerwehrhaus, Vergleichswettkampf der Feuerwehrjugend und Vorführung der
Mädchengruppe der Feuerwehr Nagyigmand.
Bei den Leistungsbewerben in Stockerau erhielten wir wieder eine ungarische Gästegruppe aus Vasvar zugeteilt. 4.9.1994: Eröffnung unseres Feuerwehrhauses mit dem stellvertretenden Landesfeuerwehrkommandanten Vinzenz Staffel und einer kleinen Ausstellung über "110 Jahre", weiters Frühschoppen, FF-Shop, Luftburg, Zielspritzen und eine Hochfahrt mit der Drehleiter aus Stockerau. Kosten des neuen Hauses: Gemeinde € 181.500, Feuerwehr € 109.000 und 2500 Arbeitsstunden. |
| Nach mehreren Jahren Unterbrechung findet wieder ein "Fasching-Kehraus"
statt, an dem auch die Feuerwehr mitarbeitet. Weitere Veranstaltungen der FF:
Eisstockschießen, Schifahrt, Wandertag, Mitarbeiter-Ausflug, Gesellschaftsschnapsen,
Advent in der Mühlgasse und Blutspendeaktionen.
1997 wurden >erstmals Mädchen zu unserer Feuerwehr aufgenommen (mittlerweise sind es 18!). 1999 wurde im Frühjahr der Zubau an der Nordseite des Gemeindezentrums fertiggestellt, dadurch erhielt die Feuerwehr auch zusätzlichen Platz (Schulungsraum, Getränkelager, Jugendecke) und einen Zugang zum Stiegenausgang des Saales. Auch dabei erfolgten viele Arbeiten in Eigenregie. Der Schulungsraum ist für die neue Grundausbildung 2000 ideal. Die Zahl der Einsätze stieg in den letzten Jahren laufend an und pendelt sich bei 100 bis 120 pro Jahr ein. |
| Gleichzeitig absolvierten drei Gruppen den Technischen Bewerb erfolgreich. Großübung des Roten Kreuzes mit der FF Hausleiten im Frühsommer. Hochwasserhilfe in der Gemeinde und Partneraktion für Grafenwörth im August. Ankäufe: 40 Schutzjacken, 30 Helme, 2. Achse für Abschleppwagen, EH-Koffer. |
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Im Jänner 2006 tritt Alfred Franzel nach 30 Jahren im Kommando der FF Hausleiten als Kommandant der
FF Hausleiten zurück, als Nachfolger wird Josef Haselberger gewählt. Im Jahr 2008 startete die Freiwillige Feuerwehr Hausleiten das Projekt "KLF - Ersatzbeschaffung", da das alte Kleinlöschfahrzeug bereits seit 25 Jahren im Einsatzdienst steht und daher die heutigen Einsatzherausforderungen kaum mehr bewältigen kann. Als Nachfolgefahrzeug wird 2009 ein Versorgungsfahrzeug mit Sonderaufgaben (VF-S) angeschafft. Weiters wurde Ende 2008/Anfang 2009 auch kräftig in neue, moderne persönliche Schutzausrüstung investiert, um die Sicherheit der Einsatzkräfte in Zukunft gewähren zu können. |
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| Kommandanten der FF Hausleiten |
| seit 2006 | Josef Haselberger |
| 1986 - 2006 | Alfred Franzel |
| 1968 - 1986 | Franz Grundschober |
| 1959 - 1968 | Josef Lederer |
| 1953 - 1959 | Josef Röhsler |
| 1945 - 1953 | Franz Haas |
| 1943 - 1945 | Anton Grundschober |
| 1938 - 1943 | Franz Aringer |
| 1924 - 1938 | Franz Haas |
| 1908 - 1924 | Franz Hanisch |
| 1907 - 1908 | Josef Duchny |
| 1884 - 1907 | Johann Grünberger |